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Fachartikel

Dienstag, 01. Januar 2008

Fusariumbefall bei Winterweizen - welche Bedeutung hat die Sortenwahl?

Stetig steigen die Anforderungen an Qualität und Sicherheit der Lebensmittelrohstoffe. Richtlinien und Verordnungen zum Schutz der Verbraucher setzen Normen, deren Einhaltung Landwirte in manchen Jahren vor einige Probleme stellt.

 


Seit dem 1. Januar 2005 gilt die EU-Verordnung 178/2002, welche die Dokumentation und Rückverfolgbarkeit von Nahrungsmitteln verbindlich vorschreibt. In engem Zusammenhang hiermit steht die Mykotoxin-Höchstmengenverordnung VO (EG) 856/2005, die für die bedeutendsten Mykotoxine Deoxynivalenol (DON) und Zearalenon (ZEA) bei Getreideerzeugnissen und Backwaren Grenzwerte festgelegt. Seit der Ernte 2005 ist die Verordnung in Kraft. Der Landwirt steht damit einem neuen Vermarktungsrisiko gegenüber.

Mykotoxin-Höchstmengen für Getreide


Tab. 1: VO (EG) 856/2005 - Ernährungsdienst 28.06.2006


Für den Landwirt stellt sich nun die Frage, welche Einflussfaktoren zu einer Erhöhung des Mykotoxingehaltes im Korn führen und welche pflanzenbaulichen Gegenmaßnahmen möglichst kostengünstig eingesetzt werden können. Die folgende Abbildung veranschaulicht die Einflussmöglichkeiten des Landwirtes auf das Auftreten von Fusarium an der Weizenähre und zeigt die Bewertung der pflanzenbaulichen Maßnahmen.

 

Der Fusariumbefall von Weizenähren und die damit verbundene Mykotoxinbelastung des Erntegutes werden vor allem durch Niederschlagsereignisse nach dem Ährenschieben bestimmt und sind daher nur begrenzt beeinflussbar. Das Befallsrisiko kann aber durch eine weit gestellte Fruchtfolge, eine Bodenbearbeitung, die zum schnellen Abbau von Ernterückständen in der oberen Bodenschicht führt, und die Wahl einer Sorte mit hohem Resistenzniveau deutlich verringert werden.

Die gezielte Fusariumbekämpfung mit Azolfungiziden zur Zeit der Blüte vermindert den Befall bei guter Terminierung um 50 %. In der Praxis ist dieses Ergebnis jedoch selten zu erreichen, so dass diese Maßnahme angesichts der hohen Kosten keine generelle Lösung darstellt.

mit einer geringen Anfälligkeit für Ährenfusarium und der Einsatz des Pfluges bei größeren organischen Rückständen stellen die wesentlichen pflanzenbaulichen Maßnahmen dar, einen vermarktungsfähigen Weizen zu erzeugen. Sie reduzieren den DON-Gehalt um den Faktor 5 bis 10 und sind damit deutlich besser zu bewerten als der Einsatz von Pflanzenschutzmitteln.

Mehrjährige Untersuchungen im Rahmen der züchterischen Resistenzprüfung an verschiedenen Winterweizensorten zeigen, dass unabhängig von der jeweiligen Reifegruppe eine deutliche Korrelation zwischen der Fusariumanfälligkeit einer Sorte und dem DON-Gehalt besteht. Der Anbau von Sorten mit einem hohen Resistenzgrad gegenüber Ährenfusariosen führt zu einer signifikant geringeren Mykotoxinbildung im Korn.

Die Winterweizensorten Dekan, Cubus, Anthus und Skalmeje von KWS LOCHOW zeigen dieses beispielhaft. Sie weisen eine geringe Wuchshöhe auf und wurden vom Bundessortenamt hinsichtlich ihrer Fusariumanfälligkeit in APS 4 (gering bis mittel) eingestuft. Für die Zukunft muss es Aufgabe der Züchtung sein, das Resistenzniveau der Sorten weiter zu verbessern, da der Sortenwahl eine entscheidende Bedeutung zukommt.


Die Mykotoxine als giftige Stoffwechselprodukte des Fusarium-Pilzes haben in den letzten Jahren aufgrund eingeengter Fruchtfolgen stark an Bedeutung gewonnen. Die gesetzliche Mykotoxin-Höchstmengenverordnung legt Grenzwerte fest, die zuverlässig unterschritten werden müssen, um langfristig vermarktungsfähige Ware anbieten zu können. Den befallsfördernden Faktoren muss mit einer komplexen Anbaustrategie begegnet werden. Durch das Kombinieren möglichst vieler Maßnahmen kann das Mykotoxinbefallsrisiko gering gehalten werden. Im Vordergrund stehen zur Fusariumminimierung pflanzenbauliche Faktoren wie Fruchtfolge, Bodenbearbeitung, Fruchtart und Sortenwahl. Der Anbau von Sorten mit einem hohen Resistenzgrad gegen Ährenfusarium ist eine kostengünstige Maßnahme, die ohne zusätzlichen Aufwand sofort zu realisieren ist. Für die Zukunft ist die Züchtung gefordert, das Resistenzniveau der Sorten weiter zu verbessern.

Checkliste Minimierung Fusarium (17 KB)


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