KWS LOCHOW GMBH · PF 1197 · 29296 Bergen · Tel. 05051 477-0 · Fax 05051 477-165, Zertifiziert nach DIN EN ISO 9001:2008

Bedeutung von Mutterkorn für den Roggenanbau heute

Vor der Einführung des Hybridroggens war der Stellenwert der Mutterkorn-Erkrankung in den Hintergrund getreten. Eine unvollständige Wiederherstellung der Pollenfertilität in der Hybride führte zu einem geringeren Pollenangebot während der Blüte und dadurch zu einer erhöhten Anfälligkeit des Hybridroggens für den Erreger des Mutterkorns.  


Der Mutterkorn-Besatz ist jedoch das wesentliche Qualitätskriterium für die Vermarktung und Verfütterung von Roggen. Mutterkorn-Besatz des Erntegutes bedeutet Preisabschläge für den Landwirt sowohl bei dem Verkauf an Mühlen und Futtermittelhersteller als auch an Bioethanol-Anlagenbetreiber. Für diese Verarbeiter besteht die Notwendigkeit, nur unbelasteten Roggen zur Weiterverarbeitung zu verwenden. Nach § 23 des geltenden Futtermittelrechts ist Mutterkorn ein unerwünschter Stoff, dessen Grenzwert bei 1.000 µg Mutterkorn pro kg ungemahlenem Roggen liegt, das entspricht 0,1 Gewichtsprozent. Weist eine Partie mehr als 0,1 % Mutterkorn auf, darf sie nicht zum Zweck der Verminderung des Mutterkorngehaltes mit einer anderen Partie gemischt werden. Erlaubt ist jedoch die Durchführung einer geeigneten Reinigungsmaßnahme z. B. mit einem Fotozellenausleser, doch diese bedeutet Preisabschlag für den Lieferanten der Ware. Das heißt: Nur möglichst gering belastete Ware läßt sich wirtschaftlich vermarkten.

Ähnlich sieht es auch bei der Erzeugung von Roggen für die Bioethanol-Herstellung aus. Neben Bioethanol wird das Koppelprodukt Schlempe gewonnen, das als eiweißreiches Futtermittel vermarktet wird. Bei den Gärprozessen in der Bioethanol-Anlage werden die Toxine des Mutterkorns nicht zerstört. Deshalb besteht auch hier die Verpflichtung, den Mutterkorn-Besatz so gering wie möglich zu halten.

Fazit:
Es ist im höchsten Interesse des Landwirts, aber auch aller anderen Beteiligten in der Kette, bei der Erzeugung von Roggen die Verunreinigung durch Mutterkorn mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln zu vermeiden. Die verarbeitende Industrie ist gefordert, nur beste Ware sowohl für die menschliche als auch für die tierische Ernährung zu verwenden.


Weniger Mutterkorn bedeutet:

  • mehr Qualität 
  • geringeres Risiko von Preisabschlägen 
  • geringeren Reinigungsaufwand 
  • höhere Vermarktungssicherheit/Preisstabilität 
  • bessere Mastleistung 
  • hochwertige Mehle 
  • bessere Akzeptanz im Mühlenbereich


Die KWS LOCHOW GMBH sieht sich als eines der führenden Züchtungsunternehmen in der Verantwortung, der Praxis höchstmöglichen Zuchtfortschritt und Vermarktungssicherheit in Form neuer Sorten zu bieten.
Die Minimierung des Mutterkorn-Befalls, als wesentliches Qualitätskriterium bei der Vermarktung und Verfütterung von Roggen, ist daher eines der wichtigsten Zuchtziele. Um dieses Ziel möglichst schnell zu erreichen, hat KWS LOCHOW in den letzten Jahren seine Anstrengungen noch intensiviert; jährlich werden mehr als 30.000 Leistungsprüfparzellen im Roggen-Zuchtgarten ausgesät und geerntet.

Mit der Entwicklung der PollenPlus®-Technologie wurde ein wesentlicher Meilenstein erreicht. Diese neue Technologie von KWS LOCHOW befähigt unsere Hybridsorten, sehr hohe Mengen an Pollen zu bilden. Die Bestände sind damit deutlich besser gegen Mutterkorn geschützt. Gleichzeitig steht PollenPlus® neben hoher Abwehrkraft gegen Mutterkorn auch für ein hohes agronomisches Leistungspotenzial.


Rechtshinweis

Alle Darstellungen erfolgen nach bestem Wissen und Gewissen, aber ohne Gewähr. Die dargestellten Daten und Grafiken geben Erkenntnisse wieder, die im Rahmen von Landessortenversuchen, Wertprüfungsversuchen und Eigenversuchen gewonnen wurden. Trotz größter Sorgfalt können wir aus diesem Grunde insbesondere nicht garantieren, dass diese Ergebnisse unter allen Bedingungen wiederholbar sind; sie können daher nur Entscheidungshilfen für Sie darstellen.

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