KWS LOCHOW GMBH · PF 1197 · 29296 Bergen · Tel. 05051 477-0 · Fax 05051 477-165, Zertifiziert nach DIN EN ISO 9001:2008

Die Entwicklung der PollenPlus®-Technologie hat eine lange Geschichte.

Als Mitte der 90er Jahre die ersten Hybridroggensorten in Deutschland einen Quantensprung im Kornertrag für die Praxis verfügbar machten, wurde bald klar, dass hier die Züchtung noch einige Defizite aufzuarbeiten hatte. Denn das für die Entwicklung von Hybriden notwendige Sterilitätssystem brachte eine erhöhte Mutterkorn-Anfälligkeit mit sich, da die neuen Hybriden nicht die gleiche Pollenbildung wie moderne Populationssorten aufwiesen.
Die Suche nach einer Quelle für die vollständige Wiederherstellung der Pollenbildung begann. Eine in solchen Fällen naheliegende Adresse ist die Genbank. Hier werden exotische Wild- und Landrassen bewahrt, welche die gesuchten Eigenschaften möglicherweise besitzen.

Die dafür notwendigen Vorarbeiten wurden in einem gemeinsamen Forschungsprojekt mit der Universität Hohenheim und anderen Unternehmen geleistet. 1995 konnten wir aus dem gemeinsam erarbeiteten Ausgangsmaterial eine Inzuchtlinie identifizieren, die ein einziges, sehr wirkungsstarkes Gen für das Pollenbildungsvermögen besitzt. Diese Konstellation entspricht genau unserer Wunschvorstellung, da Gene dieser Art wie maßgeschneidert für die Hybridzüchtung sind.

Dieser Entwicklungsschritt ist auch ein sehr schönes Beispiel dafür, dass in äußerlich sehr unscheinbarem Wildmaterial neue und hochinteressante genetische Variation entdeckt werden kann.


Um das Pollenbildungsgen für die praktische Züchtung bei der KWS LOCHOW GMBH nutzbar zu machen, war aber noch ein weiter Weg zurückzulegen. Eine wichtige Zwischenstation auf diesem Wege war die erfolgreiche Suche nach einem sogenannten „Marker“ für das Gen.

Ein Marker ist vereinfacht ausgedrückt ein DNA-Stück, das mit geeigneten Techniken sichtbar gemacht werden kann. In aller Regel wird der Marker gemeinsam mit dem Zielgen vererbt, weil beide auf ein und dem selben Chromosom eng benachbart angesiedelt sind. Mit der Markertechnik lassen sich Pflanzen, die das gesuchte Gen tragen, sehr deutlich von denjenigen unterscheiden, die das Gen nicht tragen.

Für uns als Züchter besonders praktisch ist dabei auch der Umstand, dass diese Diagnose bereits im Keimlingsstadium der Kandidatenpflanze gestellt werden kann. Unbrauchbare Pflanzen brauchen also gar nicht erst weiter im Freiland getestet werden.


Eine weitere, entscheidende Station auf dem Weg zur Entwicklung der PollenPlus®-Technologie war die Praxisprüfung unter Feldbedingungen. Ähnlich wie Autokonstrukteure ihre neuen Produkte auf sogenannten „Marterstrecken“ auf ihre Robustheit testen, haben wir das Pollenbildungsgen unter extremen Mutterkorn-Befallsbedingungen geprüft.

Mit einer eigens entwickelten Methodik (u. a. künstliche Sprühinfektion) kann ein extrem hoher Befallsdruck erzeugt werden. Alle hier geprüften PollenPlus®-Kandidaten haben diesen Test auch im Vergleich zu mitgeprüften Populationssorten mehr als bestanden: Der Mutterkorn-Befall konnte sogar noch unter dieses bereits geringe Befallsniveau abgesenkt werden! Diesen Härtetest haben wir in den letzten Jahren an verschiedenen Orten und mit verschiedenartigen Prüfgliedern mit dem gleichen positiven Resultat wiederholen können.


Als letzter Schritt stand der Einbau des Pollenbildungsgens in unsere Elitelinien an. Angesichts der Tatsache, dass das Gen aus einem sehr exotischen genetischen Hintergrund stammt, verwundert es nicht weiter, dass auch hier noch einige „Nüsse zu knacken“ waren.

Die Herausforderung bestand darin, nur das wertvolle Gen selbst und nicht die übrige, wenig leistungsfördernde genetische Umgebung in die Rückkreuzungs-Nachkommenschaften zu übertragen. Durch konsequente Nutzung der Markertechnologie ist es KWS LOCHOW gelungen, das Beste aus beiden Welten zusammenzubringen: Mutterkornabwehr auf hohem Niveau und agronomisch hervorragende Leistung.


Haben Sie weitere Frage zur Geschichte der PollenPlus®-Technologie? Schreiben Sie uns (Service) oder rufen Sie an (Telefon: +49 (0)5051 477 0).

Wir informieren Sie gerne!


 

Rechtshinweis

Alle Darstellungen erfolgen nach bestem Wissen und Gewissen, aber ohne Gewähr. Die dargestellten Daten und Grafiken geben Erkenntnisse wieder, die im Rahmen von Landessortenversuchen, Wertprüfungsversuchen und Eigenversuchen gewonnen wurden. Trotz größter Sorgfalt können wir aus diesem Grunde insbesondere nicht garantieren, dass diese Ergebnisse unter allen Bedingungen wiederholbar sind; sie können daher nur Entscheidungshilfen für Sie darstellen.

© 2012 KWS LOCHOW GMBH

International

Über uns

Service

Presse

Kontakt