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Hintergründe / Interview

„Wir investieren kräftig in die Wettbewerbsfähigkeit des Weizen- und Gerstenanbaues“

Ein Interview mit Geschäftsführer Jürgen Leitzke, dem ehemaligen Geschäftsführer Dr. Reinhard von Broock sowie Thomas Blumtritt, dem Vertriebsleiter Deutschland und Polen, über die Hintergründe der KWS LOCHOW Saatgutinitiative QualityPlus.  


 

 

(zum Lesen der Antworten klicken Sie bitte die Fragen an)

Wie schätzen Sie aktuell die Wettbewerbsfähigkeit des Weizenanbaues ein?

Jürgen Leitzke, Geschäftsführer KWS LOCHOW GMBH, verantwortlich für Vertrieb, Produktion und Finanzen:

„Mit mehr als 3 Mio. ha Anbaufläche ist Winterweizen die wichtigste Feldfrucht in Deutschland. Die Boden- und Klimabedingungen begünstigen hohe Weizenerträge, und der Weizen sorgt hierzulande aktuell für eine recht hohe internationale Wettbewerbsfähigkeit. Wir sehen, wie die Hybridkulturen Mais, Zuckerrübe und Hybridroggen durch Einsatz von modernen Zuchtmethoden den Selbstbefruchtern im Ertragsfortschritt davonlaufen. Somit sinkt der Wettbewerbsvorteil des deutschen Weizenanbaues Jahr für Jahr.“

Wie können Sie den Ertragsfortschritt der Selbstbefruchter verbessern?

Dr. Reinhard von Broock, ehemaliger Geschäftsführer KWS LOCHOW GMBH, verantwortlich für Forschung und Entwicklung:

„Die wesentlichen technischen Erfolgsfaktoren sind heute allgemein bekannt und seit Jahren auch auf den Betrieben optimiert. Große Innovationen müssen künftig also aus der Pflanzenzüchtung kommen. Richtig Schub für den Züchtungserfolg bekommen wir aber nur durch mutige Investitionen in die Forschung und in effiziente Züchtungsmethoden. Wir erhöhen unsere Züchtungsbudgets für die Züchtung von Weizen und Gerste zunächst um 30 %. Im Vordergrund stehen dabei Ertrag und Ertragsstabilität. Damit investieren wir kräftig in die langfristige Wettbewerbsfähigkeit des Weizen- und Gerstenanbaues.“

In welche Züchtungsmethoden investieren Sie besonders?

Dr. Reinhard von Broock, ehemaliger Geschäftsführer KWS LOCHOW GMBH, verantwortlich für Forschung und Entwicklung:

 

„Die dreistufige Züchtungsstrategie von KWS LOCHOW ist kurz-, mittel- und langfristig ausgelegt. Kurzfristig soll der Zuchtgang durch Investitionen in zeitsparende Methoden sowie intensivere Ertragsprüfungen beschleunigt werden, damit der Landwirt schneller die neuesten Sorten erhalten kann. Mittelfristig werden die verstärkten Investitionen in die Markertechnologie zum Tragen kommen. Langfristig angelegt ist die Arbeit an komplexen Themen wie zum Beispiel Trockenheitstoleranz, Nährstoff- und Wassernutzungseffizienz oder hochertragreiche Hybridweizen.“

Wie finanzieren Sie die Investitionen in die Ertragszüchtung?

Jürgen Leitzke, Geschäftsführer KWS LOCHOW GMBH, verantwortlich für Vertrieb, Produktion und Finanzen:

 

„Der Markt gibt aktuell keine ausreichenden Mittel her, um diese Zukunftsinvestitionen zu finanzieren. Im Hinblick auf die Nachbauquote müssten die Züchtungsaufwendungen eigentlich gesenkt werden. Dennoch haben wir uns entschieden, das unternehmerische Risiko zu tragen und in Vorleistung zu gehen. Wir sind davon überzeugt, dass die Getreideanbauer unser Engagement in der Züchtung und auch in der Steigerung sowie Sicherung der Saatgutqualität honorieren werden. Ab Herbstaussaat 2011 bieten wir daher gemeinsam mit den Partnern aus der Vermehrung und dem Handel ein attraktives Leistungspaket aus Top-Saatgutqualität und Top-Sortengenetik an. Eigens dafür haben wir eine eigene neue Marke geschaffen: QualityPlus.

Wodurch unterscheidet sich das QualityPlus-Saatgut Ihrer Getreidesorten?

Thomas Blumtritt, KWS LOCHOW GMBH, Vertriebsleiter Deutschland und Polen:

„Die Mindestkriterien für QualityPlus-Saatgut liegen bei Keimfähigkeit, technischer Reinheit und Fremdbesatz deutlich über der gesetzlichen Mindestnorm. Zusätzlich wird die Einhaltung des Beizgrades überwacht und - bei unsicheren Partien - auch Triebkraftuntersuchungen durchgeführt. Ebenso wird eine 100 %-ige Transparenz über Beizmittel und deren Aufwandmenge und die Herkunft des Saatgutes gewährleistet.“

Wie stellen Sie diese erhöhten Qualitäts-Anforderungen sicher?

Thomas Blumtritt, KWS LOCHOW GMBH, Vertriebsleiter Deutschland und Polen:

 

„Zur Sicherstellung der sehr hohen Qualität des QualityPlus-Saatgutes werden zukünftig nur noch nach einem eindeutigen Anforderungskatalog sorgfältig ausgewählte Saatgutaufbereiter das Saatgut unserer Getreidesorten produzieren. Diesen durch uns speziell auditierten QualityPlus-Aufbereitern und deren Vermehrern stehen unsere Produktionsberater mit ihrem Fachwissen zusammen mit unseren Partnern das ganze Jahr beratend zur Seite. Das speziell ausgebildete Team der KWS LOCHOW Saatgutprüfung kontrolliert dann die Saatgutproben auf die Einhaltung der QualityPlus- Mindestnorm und für die amtliche Anerkennung.“

Sehen Sie überhaupt Bedarf für TOP-Saatgutqualität bzw. ist bisheriges Z-Saatgut nicht schon TOP-Saatgut?

Thomas Blumtritt, KWS LOCHOW GMBH, Vertriebsleiter Deutschland und Polen:

„Dazu habe ich drei Antworten:

1. Wir orientieren uns mit QualityPlus-Saatgut nicht an gesetzlichen Mindestnormen, sondern am „idealen Z-Saatgut“ aus Sicht des potenziellen ZS-Käufers. Der Wunsch des Kunden muss im Mittelpunkt stehen.

2. An der Diskussion über die bisherige Saatgutqualität beteilige ich mich nicht. Jeder Landwirt hat seine eigenen Erfahrungen und Anforderungen im Hinblick auf Saatgutqualität bei Getreide.

3. TOP-Aussaattechnik erfordert TOP-Saatgutqualität – Korn für Korn.“

Wird das QualityPlus-Saatgut teurer sein?

Thomas Blumtritt, KWS LOCHOW GMBH, Vertriebsleiter Deutschland und Polen:

 

„Die verbesserte Saatgutqualität unserer Getreidesorten wird ihren Preis haben. Wir werden die Lizenzgebühren für unsere Sorten zunächst zwischen 1,50 € und 3,00 € je dt Saatgut anheben. Die Höhe der Lizenzgebühren wird transparent und für jeden nachvollziehbar kommuniziert. Die endgültige Gestaltung des Saatgutpreises liegt aber in den Händen unserer Vermehrungs- und Handelspartner. Planwirtschaftlich könnten wir einen denkbaren Preis nennen; marktwirtschaftlich betrachtet könnte der Preis jedoch auch darunter oder darüber liegen. Und wie unsere Wettbewerber ihre Lizenzgebühren gestalten, dass wissen wir nicht.“


Rechtshinweis

Alle Darstellungen erfolgen nach bestem Wissen und Gewissen, aber ohne Gewähr. Die dargestellten Daten und Grafiken geben Erkenntnisse wieder, die im Rahmen von Landessortenversuchen, Wertprüfungsversuchen und Eigenversuchen gewonnen wurden. Trotz größter Sorgfalt können wir aus diesem Grunde insbesondere nicht garantieren, dass diese Ergebnisse unter allen Bedingungen wiederholbar sind; sie können daher nur Entscheidungshilfen für Sie darstellen.

 

Weitere Informationen zu QualityPlus

QualityPlus Broschüre
Download (1,8 MB)

Presseartikel
KWS LOCHOW investiert kräftig in die Weizenzüchtung  
Saatgutversorgung Herbst 2011


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Winterweizen
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Wintertriticale

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